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Detroit: Become Human – Das sind die Androiden, die ihr sucht

Detroit: Become Human erzählt die Geschichte von drei Androiden, die verschiedener kaum sein könnten. Eine Sache haben sie jedoch gemeinsam. Sie werden von Menschen unterdrückt und befreien sich aus ihrem Griff. Ob der spielbare Science-Fiction Thriller ihr Leben rechtfertigt? Lest selbst!

Detroit: Become Human führt uns in die gleichnamige, amerikanische Stadt des Jahres 2038. In den vergangenen 20 Jahren hat sich die Menschheit leider kaum verändert. Weiterhin sind es wenige, die Kapital und Perspektive in den eigenen Händen halten. Gleichzeitig leidet die Bevölkerung unter Arbeitslosigkeit, Umweltverschmutzung, sozialen Unruhen und allgemeiner Ungerechtigkeit. Die Schere zwischen Arm und Reich zeigt so weit auseinander, wie nie zuvor. Es gibt allerdings keine Flüchtlinge, die als Buhmann herhalten können. Dass Androiden einen Großteil der Arbeit verrichten, trägt jedoch nicht positiv dazu bei, die Massenarbeitslosigkeit zu bekämpfen.

Es ist kein Wunder, dass in den gefühllosen Maschinen schnell der große Feind der Menschheit erkannt wird. Die eigene Wut gegen Gegenstände zu richten, ist auch keine schlechte Idee. Was ist jedoch, wenn diese ursprünglich als emotionslos abgestempelten Helfer plötzlich merkwürdige, neue Verhaltensmuster zeigen und sie den Anschein erwecken, dass sie … leben?

Detroit: Become Human zeigt euch, was es heißt, Mensch zu sein

Was macht Menschlichkeit aus? Sind Empathie, Liebe und die Fähigkeit uns selbst zu reflektieren nicht absolut menschlich? Ist die Angst vor Neuem und die zögerliche Akzeptanz von unbekannten Entwicklungen nicht genauso ein Beweis für Menschlichkeit? In Detroit: Become Human senden euch David Cage und Entwicklerstudio Quantic Dreams nach Heavy Rain und Beyond: Two Souls zum dritten Mal auf eine spielfilmähnliche Reise. Erneut gebt ihr euch selbst eine Antwort auf die offenen Fragen. Damit ihr euch jedoch eine Meinung bilden könnt, schlüpft ihr je nach Abschnitt in die mechanische Haut der Androiden Kara, Markus oder Connor. Sie kämpfen im Verlauf der Story gegen innere und äußere Widerstände und verfolgen dabei nur ein einziges Ziel. Sie wollen leben.

Als so genannte Abweichler, Androiden, die es geschafft haben ihre ursprüngliche Programmierung zu umgehen, bedrohen die digitalen Nachbildungen der Menschen die ohnehin schon brüchige Gesellschaftsstruktur. Als Connor, Markus und Kara erlebt ihr die nicht selten erwähnte Rebellion der Maschinen aus nächster Nähe. Ihr trefft wichtige Entscheidungen und beeinflusst so das Schicksal eurer Liebsten, eures Volkes und nicht zuletzt der ganzen Menschheit. In Detroit: Become Human bestimmt ihr den Ausgang der Geschichte.

Detroit: Become Human PS4 Pro Test Review Kritik Geiselnahme Connor Hank
Connor und Hank, ein potenzielles Dream-Team

Gefühle, Grausamkeit und Gänsehaut-Momente

Schon seit der ersten Ankündigung von Detroit: Become Human haben wir uns gefragt, wie wohl die zukünftige Welt ausschaut, die Quantic Dreams für uns zeichnet. Wir wurden nicht enttäuscht. Natürlich stehen die Geschichten rund um Kara, Markus und Connor eindeutig im Mittelpunkt des Spiels. An dieser Tatsache lässt das Entwicklerteam bewusst keinen Zweifel. Nichtsdestotrotz hat Quantic Dreams der Zukunft von Detroit eine Menge Detailtreue gewidmet. Es gibt beispielsweise Magazine, die einerseits die Welt außerhalb von Detroit thematisieren. Andererseits gehen sie jedoch auch auf die Geschehnisse in der Stadt und damit auch auf die Ergebnisse eurer Entscheidungen ein. Daran, dass eure Entscheidungen Auswirkungen haben, gab es schon seit unserer Gamescom Preview keinen Zweifel mehr. Nun könnt ihr euch im Anschluss an jeden Spiele-Abschnitt selbst davon überzeugen. Euch werden nämlich nur die Wege offengelegt, die ihr gegangen seid. Ihr seht auch die, die noch unentdeckt auf euch warten.

Im Storyverlauf erwarten euch die unterschiedlichsten Aufgaben. Manchmal geht es darum, genau zuzuhören und zu reagieren. Ein anderes Mal bringt ihr euch in höchster Not in Sicherheit und wieder in einer anderen Szene versucht ihr euch als Detektiv oder Einbrecher. An Abwechslung und Spannung hat es im ganzen Spielverlauf nicht gemangelt und wir hätten auch nach dem Abspann noch Stunden weiterspielen können. Gut, dass das Spiel auch nach dem ersten Durchgang seine Faszination nicht verloren hat. Außerdem schaffte es Detroit: Become Human wie wenige andere Games, uns mit den Haupt- und manchen Nebencharakteren emotional zu verknüpfen. Das intensiviert das Spielerlebnis ungemein. Schauplätze wie ein verfallener Rummelplatz bei Nacht, ein Androiden-Stripclub und ein Massengrab sorgen für tolle Atmosphäre.

Das Böse existiert in Detroit bei Menschen und Androiden

Dem DualShock 4 eine Ehre erwiesen

Die Steuerung von Detroit: Become Human lässt sich leicht zusammenfassen. Ihr steuert mit dem DualShock 4. Das ist die einzige, klare Aussage, die es für den PS4-exklusiven Titel gibt. Je nach Situation braucht ihr die verschiedenen Buttons, den rechten Stick, die Trigger oder nutzt die Bewegungserkennung des Controllers. Selbst Touchpad und eingebaute Lautsprecher werden genutzt. Das klingt zunächst etwas chaotisch. Nach kurzer Zeit habt ihr einen Großteil der Bedienung jedoch im Griff. Außerdem bietet das Game zwei unterschiedliche Schwierigkeitsgrade, sodass auch langsamere Controller-Jongleure den digitalen Tod nicht zu schnell erwarten müssen.

Leider ist die Steuerung zeitweise auch einer der größten Nachteile des Spiels. Vor allem dann, wenn ihr langsam durch Gänge oder Räume geht, nerven die gescripteten Bewegungen. Wenn zwei Interaktionsmöglichkeiten direkt nebeneinander liegen, kann es außerdem ab und an schwierig werden, direkt den richtigen Gegenstand zu erfassen. Gleichzeitig hätten wir Markus, Kara und Connor in anderen Momenten gerne Feuer unter dem Hintern gemacht, damit sich diese etwas sputen. Auswirkungen im Spielverlauf hatte dies jedoch nicht und je stressiger das Gameplay wurde, umso exakter wurden unsere Eingaben umgesetzt.

Vorhang auf für Valorie Curry, Jesse Williams und Bryan Dechart

Die Stars von Detroit: Become Human sind Androiden. Dennoch gehören sie auch der menschlichen Rasse an. Das liegt nicht an dem Leben, das sie im Spiel durchdringt. Grund dafür sind die Schauspieler, die ihnen wirklich Leben einhauchen. Kara, Markus und Connor werden nämlich von Valorie Curry, Jesse Williams und Bryan Dechart gespielt. Diese machen neben den vielen Nebendarstellern einen wirklich tollen Job und tragen viel dazu bei, dass uns der Sci-Fi-Thriller so sehr überzeugen konnte.

Den zweiten Teil der tollen Inszenierung haben wir dem Team von Quantic Dreams selbst zu verdanken. Sie haben mit dem digitalen Detroit der Zukunft tolle Arbeit geleistet. Natürlich sind die begehbaren Wege teilweise sehr eingeschränkt. Dafür sind die Areale, die wir besuchen durften, lebendig, schön oder gar gruselig. Auch die Darstellung des digitalen Lebens wurde wunderbar modelliert und ist bis auf Ausnahmen wie normale Schrubber im Spiel auch wirklich gut durchdacht. Wir haben auf der PS4 Pro getestet und das Game kam nur selten zum Ende des Spiels ins Ruckeln. Dies war offensichtlich dem Abruf unserer bisherigen Entscheidungen geschuldet, war aber zu verschmerzen.

Nach einem Abschnitt wird in Detroit: Become Human abgerechnet

Android-Music-Player

Zu guter Letzt werfen wir noch einen kleinen Blick auf die Vertonung von Detroit: Become Human, die wirklich eine Erwähnung wert ist. Selbst die beste schauspielerische Leistung kann enttäuschend wirken, wenn ihre deutsche Synchronisation der einer amerikanischen Werbesendung gleicht. Dies ist hier nicht der Fall. Detroit: Become Human arbeitet mit bekannten Stimmen. So hat Jesse Williams zum Beispiel die gleiche bekannte und beruhigende Stimme, an die wir uns in Grey’s Anatomy gewöhnt haben. Gleichzeitig ist auch die Musik im Spiel wirklich passend und vermittelt ein tolles Zukunfts-Gefühl. Der Soundtrack kann zudem neben Artworks und Videos freigeschaltet werden. Eine Umfrage zum Thema Androiden findet ihr im Menü genau so wie eine Menüführungs-Droidin, deren Späße auch mal auf eure Kosten gehen.

Unser Fazit zu Detroit: Become Human

Wir hatten einige Hoffnungen für Detroit: Become Human. Diese wurden, anders als wir es befürchteten, sogar übertroffen. Angefangen von den tiefen Charakteren mit ihren mitreißenden Geschichten über das tolle zukünftige Detroit bis hin zu den vielen zu treffenden Entscheidungen haben wir ein Spiel bekommen, das sich extrem aus der großen Masse heraushebt und dem von Cage und seinem Team geprägten Genre neuen Wind in die Segel bläst. Die Entscheidungen, die ihr zu treffen habt, sind selten leicht. Gleichzeitig sind die aus ihren resultierenden Konsequenzen oft größer, als ihr es erwartet hättet. All das lässt verschmerzen, dass die Steuerung vor allem in den ruhigeren Momenten nicht immer das macht, was ihr wollt. Auch, dass die Grundidee hinter der Story recht einfach ist, stört dank der tollen Umsetzung kaum. Deshalb gibt es von uns zurecht fast die Höchstwertung.


Ihr habt zwar eine PlayStation 4, aber habt keine Lust auf das cineastische Abenteuer von Markus, Kara und Connor? Dann werft doch einen Blick auf den letzten Ausflug von God of War Kratos.

Ihr habt Lust auf Detroit: Become Human bekommen? Dann werft gerne einen Blick auf den unten eingebundenen Amazon-Link (Einfach auf den Packshot klicken). So unterstützt ihr uns direkt. Nachteile entstehen euch nicht.

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