Avengers Infinity War Review – Wird der Film dem Hype gerecht?

Rund sechs Jahre haben wir gewartet, jetzt ist Thanos da. Avengers Infinity War hat es in unsere Kinos geschafft und verspricht das wohl ambitionierteste Superheldenepos aller Zeiten zu sein. Der dritte Avengers Teil ist der Anfang vom Ende einer 6 Jahre andauernden Storyline, das vorläufige Finale einer 10 Jahre andauernden Filmreihe und das größte Film-Crossover aller Zeiten. Die Erwartungen sind daher riesig. Wir haben uns ins Kino gewagt, um herauszufinden, ob Infinity War dem Hype standhält.

Kurzeinschätzung ohne Spoiler

Avengers Infinity War lebt von einer dichten Spannung sowie interessanten Wendungen und coolen Momenten. Wer im Vorfeld mehr erfahren möchte, kann mit Interviews, Trailern und Übersichten der kommenden Marvel Filme sicher fündig werden. Am besten genießen lässt sich der Film jedoch, wenn man möglichst wenig weiß. Aus diesem Grund werde ich in diesem Review keine expliziten Spoiler nennen und möglichst vage bleiben, um nichts vorwegzugeben. Dennoch kann ich den Film nicht ausreichend kritisieren, ohne zumindest den Ton oder die Rahmenhandlung anzusprechen. Wer den Film daher komplett ohne Vorkenntnisse sehen möchte, darf gerne später zu dieser Review zurückkommen. Ein kleines Fazit möchte ich euch dennoch nicht vorenthalten.

 

 

Fazit: Wer Marvel Filme seit Jahren verfolgt, muss Avengers Infinity War sehen. Nach einem jahrelangen Aufbau feuert Infinity War aus allen Rohren und liefert ein episches Kinoerlebnis ab.

 

 

 

 

Mit dem kurzen Fazit aus dem Weg, starten wir die eigentliche Review.

 

 

 

Der härteste Mother-F***er des Marvel Universums

… oder zumindest würde ich gerne damit starten, allerdings weiß ich kaum, womit ich anfangen soll. Ja, Avengers Infinity War hat bei mir wirklich einen heftigen Eindruck hinterlassen und das sicher auch bei allen anderen Zuschauern in meiner Vorstellung. Wieso das? Ich schätze ein äußerst kurzer Abriss der Story ist ein guter Start. Erneut: ohne explizite Spoiler!

Wer einen Trailer zum Film gesehen hat, weiß, dass Thanos der große Antagonist von Infinity War ist. Dieser wurde seit dem ersten Avengers Film als größte Bedrohung für das Universum etabliert. Sein Ziel ist es, die 6 Infinity Stones zu sammeln. Auch diese wurden bereits in früheren Marvel-Filmen als unheimlich mächtige Artefakte etabliert und auf verschiedene Plätze und an verschiedene Charaktere und Gruppen im Universum verteilt. Thanos und seine Untergebenen greifen die Aufbewahrungsorte aller Steine an und geraten dabei an so ziemlich alle bekannten Helden des MCU. Diese versuchen verzweifelt, die Steine und damit ihre Freunde, Familien und ihr gesamtes Universum zu verteidigen. Das ist jedoch selbst für die mächtigsten Helden leichter gesagt als getan …

Ein Jonglier-Akt von epischem Ausmaß

Avengers Infinity War fühlt sich wahrlich episch an. Das liegt nicht nur daran, dass das gesamte Universum bedroht ist, sondern vor allem daran, dass nahezu jeder Hauptcharakter vertreten ist. Alle bisherigen Avenger sind am Start, ebenso wie die Guardians of the Galaxy, Doctor Strange, Spider Man, Black Panther, sowie viele zugehörige Nebencharaktere und einige Cameos fast vergessener Charaktere. Da diese Charaktere auch noch über die komplette Galaxie verteilt sind, bekommen wir unzählige Szenarien mit neuen Charakterzusammenstellungen in interessanten Locations serviert. Mit diesem epischen Ausmaß der Story, hätte Infinity War ein komplettes Chaos werden müssen. Und tatsächlich legt Infinity War ein mächtiges Tempo vor ohne viele Verschnaufpausen. Das Ganze kann vereinzelt etwas anstrengend sein, der Film funktioniert aber trotzdem sehr gut.

Infinity War Review Avengers infinity War Review Avengers 3 Review (7)

Das Drehbuch ist einfach elegant und effizient geschrieben und jongliert beeindruckend alle Charaktere. Die Kombinationen aus Helden sind toll gelungen und sorgen für viele spaßige Gespräche, Konflikte und Actionsequenzen. Besonders beeindruckend dabei ist die Tatsache, dass die Zusammensetzungen nicht nur in Spaß resultieren, sondern vereinzelt auch in toller Charakterentwicklung. Das ist ein Aspekt, der bei Crossovers gern verloren geht. Wenn jedoch solch exzentrische und gut definierte Charaktere wie Spider Man, Iron Man und Doctor Strange zusammenkommen, dann sollten diese auch einen bleibenden Eindruck beieinander hinterlassen. Eine gute Charakterisierung ist nicht nur den Helden vorbehalten, denn auch Thanos erhält überraschend viel Tiefgang. Auch wenn man seine Motivation stärker hätte beleuchten können, erhält der Mad Titan genug Tiefe, um mehr als nur ein großer, böser Zerstörer zu sein.

Das epische Ausmaß und das schnelle Tempo, mit dem der Film verschiedene Handlungsstränge verbindet, sorgen dafür, dass sich Avengers Infinity War wie ein richtiger Event Comic anfühlt. Dies bedeutet jedoch auch, dass dieser MCU-Film voraussetzt, dass man den Großteil der letzten paar Filme gesehen hat. Letztlich zur allgemeinen Story anzumerken ist, dass Avengers Infinity War nur der erste Teil eines Zweiteilers ist. Das Ende der unvorhersehbaren Story ist entsprechend offengehalten und wird erst im nächsten Jahr mit Avengers 4 beendet.

Eine düstere Achterbahnfahrt …

Wer einen Trailer für den Film gesehen hat, hat kann es sich denken. Avengers Infinity War ist deutlich düsterer als die bisherigen Marvel Filme. Klar, es gibt immer noch Spaß und Witze. Thanos wirkt aber schlicht und ergreifend wie eine wirkliche Bedrohung und verändert so die ganze Stimmung der sonst so fröhlichen Comicfilme. Erneut möchte ich euch nichts explizit spoilen. Fans und diverse Webseiten spekulieren jedoch nicht umsonst seit Monaten, ob jemand stirbt. Um es kurz zu machen und ohne jemanden zu nennen: Ja, es gibt Tode und jeder davon schmerzt. Der Ton des Filmes ist für Marvelverhältnisse düster und bedrückend. Meine Freundin sagte nach dem Film, es hätte sich angefühlt, als ob man ihr einen Teil ihrer Seele entrissen hätte. Schließlich sieht niemand gerne beliebte Charaktere ins Gras beißen und bei Infinity War ist das keine Ausnahme.

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Für die Atmosphäre des Filmes tut das aber Wunder, denn auf diese Art wird schnell etabliert, dass niemand sicher ist. Wo Thanos auftaucht, folgt der Tod. Ich habe mir tatsächlich Sorgen um das Leben unserer Helden gemacht. Jedes Mal, wenn Thanos jemanden bedrohte, schnappte der komplette Kinosaal nach Luft. Eine solch drückende Atmosphäre habe ich im Kino noch nie erlebt. So eine Erfahrung ist wirklich nur möglich bei einer äußerst starken Bindung an Charaktere und einem starken Widersacher.

Das beweist, als ob noch ein Beweis notwendig wäre, wie stark wir uns mit Marvels Helden verbunden fühlen und dass der lange Aufbau des MCU ein voller Erfolg war. Gerade für das vermeintliche Ende dieser beliebten Reihe ist es schön, einen so anderen Ton zu treffen. Und obwohl ich, wie auch der Rest des Saals das Kino mit einem mulmigen Gefühl verlassen habe, freue ich mich. Denn Marvel hat bewiesen, dass ein Superheldenfilm episch, düster, komplex und trotzdem spaßig, unterhaltsam und erfüllend sein kann.

…mit schwindelerregenden Höhen

Nichtsdestotrotz macht der Film sehr, sehr, sehr viel Spaß. Wie ich es bereits in meinem Special zu den Stärken des MCU erwähnt habe, sind die Interaktionen zwischen ikonischen Charakteren das Highlight jedes guten Crossovers. Avengers Infinity War macht das Beste aus dieser Tugend und kombiniert den riesigen Cast in unterhaltsame Gruppen. Der Film findet trotz der Dramaturgie immer wieder Zeit für lustige Witze und spaßige Begegnungen.

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Auch die Action Sequenzen sind absolut fantastisch. Die Choreographie der Kämpfe strotzt vor Fantasie. Die Fähigkeiten aller Kämpfer ergänzen sich perfekt und sorgen für unterhaltsame Gefechte. Obwohl der Film 76 Charaktere jongliert, hat jeder etwas zu tun und fast jeder darf in einem coolen Moment glänzen. Besonders erwähnenswert sind dabei Bruce Banner, Iron Man, Doctor Strange, Thor und Captain America. Ich habe viel gelacht und wurde wahrscheinlich genau deswegen auch umso stärker geschockt, wenn etwas Schlimmes passiert ist. Wie die besten Filme schickt Infinity War Zuschauer auf eine emotionale Reise … wenn auch mit vielen traumatisierenden Zwischenstopps.

Der hohe Standard einer Marvel Produktion

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Zur Präsentation gibt es nicht sehr viel zu sagen. Die Kameraführung, Spezialeffekte, musikalische Untermalung, Soundeffekte, Kostüme und Maske waren allesamt erste Sahne. Von den Marvel Studios ist man mittlerweile aber auch nicht weniger gewohnt. Besonders erwähnenswert ist das Design der neuen Feinde, Planeten und Raumschiffe sowie die inspirierten Effekte der Infinity Stones. Die Musik untermalt das Geschehen perfekt und tut ihr Übriges, um heroische Momente zu verstärken und den emotionalen Dolch tragischer Momente noch tiefer in den Zuschauer zu bohren. Nach 10 Jahren gibt es schlicht und ergreifend kein Studio, das Superhelden besser in Szene setzt als Marvel.

Die Kosten einer epischen Produktion

Ganz perfekt ist Infinity War natürlich nicht. Bei einer so gigantischen Produktion ist es logisch, dass es ein paar kleine Problemchen gibt. Bei einem Cast von 76 Charakteren ist es unvermeidbar, dass manche von ihnen weniger Zeit im Rampenlicht genießen als andere. Auch kann man bei verschiedenen Regisseuren und Drehbuchautoren für verschiedene Filme auch Diskrepanzen im Verhalten vereinzelter Personen sehen. Insbesondere bei Star Lord habe ich Kritik gehört. Er verhalte sich ein klein wenig ungewohnt, gemessen an den vorherigen Filmen.

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Ein zweischneidiges Schwert sehe ich in der Entscheidung, aus Infinity War einen Zweiteiler zu machen. Effektiv ist Infinity War die erste Hälfte eines dritten Avengers Filmes. Das war wahrscheinlich bei der schieren Menge an Charakteren unvermeidbar, bedeutet jedoch auch, dass wir jetzt ein ganzes Jahr auf die Fortsetzung eines Cliffhangers warten.

Avengers Infinity War im Fazit

 

Fazit: Der ambitionierteste Superheldenfilm aller Zeiten ist ein voller Erfolg. Avengers Infinity War ist ein wahrhaftiges Epos, das unzählige Charaktere erfolgreich jongliert. Das vorläufige Finale des MCU wird euch auf eine emotionale Achterbahnfahrt nehmen, die nicht immer ganz angenehm ist. Das abrupte Ende sorgt jedoch dafür, dass die Wartezeit bis zum nächsten Teil eine lange wird.

 

 

 


Habt Ihr Avengers Infinity War bereits gesehen? Hat er eure Erwartungen erfüllt? Wir freuen uns auf eure Reaktionen. Aber bitte keine Spoiler 😉

Daniel Laetzsch

Ich bin ein leidenschaftlicher Gamer seit meinem ersten Gameboy in 1994. So lange ich zurückdenken kann, möchte ich mich mit Videospielen beschäftigen. Dabei versuche ich einen Längsschnitt des gesamten Mediums zu erfassen: Über alle Genres hinweg, vom Fangame bis zu Triple A! Wenn es gut oder interessant ist, bin ich dabei. Bei Gamer‘s Potion zeige ich euch die spannendsten News, teile meine Meinungen mit euch und freue mich auf angeregte Gespräche!

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