Detroit – Ein Blick in ein dunkles Kapitel der Historie

Rassismus ist ein Thema, das zu Recht allgegenwärtig ist. Es ist ein Thema, das Menschen weder ignorieren noch tolerieren dürfen. Eine fremdenfeindliche Haltung bedroht besonders Minderheiten. Vor allem der Antisemitismus stellt das dunkelste Kapitel der deutschen Historie dar. Wie die aktuelle Echo-Debatte zeigt, sind wir selbst heute noch weit davon entfernt, ganz ohne Fremdenhass zu leben. Kein Wunder, dass es zwischen dem zweiten Weltkrieg und der heutigen Zeit noch viele Situationen gab, in denen unterdrückte Bevölkerungsteile um ihr gutes Recht kämpfen mussten. Dies war auch im mächtigsten Land der Welt, den Vereinigten Staaten von Amerika, der Fall.

In den Amerikanischen Großstädten des Jahres 1967 wurde die dunkelhäutige Bevölkerung regelrecht unterdrückt. Die Vorurteile gegen sie machten sie zum Sündenbock für eine vom Vietnamkrieg geplagte Nation. Hohe Arbeitslosigkeit und der Status als Bürger zweiter Klasse führen zu großem Unmut und Aufständen. In einer Sommernacht geschah dann etwas Unsägliches. Diese Geschehnisse schildert Concorde Home Entertainment in Detroit.

Ein Motel in Detroit als Kulisse vieler Grausamkeiten

Viel zu oft wird aus einem anfänglichen Spaß bitterer Ernst. Dies musste auch eine Gruppe von jungen Erwachsenen am eigenen Leib erfahren. Alles geschah in einer Sommernacht inmitten der detroiter Aufstände. Polizisten und Nationalgarde vernehmen allem Anschein nach Schüsse aus einem Zimmer des angrenzenden Motels. Sie wollen nach dem rechten sehen und stürmen das Gebäude. Der Polizist Philip Krauss nimmt dabei das Heft in die Hand. Es beginnt eine Mischung aus Verhör, Misshandlung, Machtmissbrauch und Mord.

Anders als viele andere Filme beleuchtet Detroit jedoch nicht nur die Geschehnisse dieser Nacht. Der Film stellt zunächst exemplarisch die Probleme der damaligen Zeit dar und setzt die Handlung nach der Horror-Nacht mit den Folgen für Opfer und Täter fort. Es entsteht dabei ein realistisches Gesamtbild, das aus vielerlei Gründen fast unerträglich erscheint.

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Philip Krauss hat ein deutliches Rassismus-Problem

Ein Film, den man zunächst verarbeiten muss

Für seine Altersfreigabe ab 12 Jahren spart Detroit nicht mit Gewalt und Realismus. Durch eine sparsame Verwendung von Filmmusik und viele Dialoge erzeugt der Film eine ganz besondere Atmosphäre. Während die Geschehnisse echt sind, sind die betroffenen Polizisten aus rechtlichen und ethischen Gründen nur Konstrukte, die in die Zeit passen. Was für uns beim Betrachten besonders auffiel, war das Erzeugen von Situationen. Es gibt viele Filme, die von einzelnen Charakteren geprägt werden. Diese Charaktere bestimmen den Verlauf der Story und letztendlich auch den Ausgang.

In Detroit wird alles von der Situation bestimmt. Sie ist es, die verschiedene Beteiligte zum Handeln animiert und letztendlich das Geschehen lenkt. Es wird deutlich, dass die Opfer einfach zur falschen Zeit im falschen Motel waren. Anderen dunkelhäutigen wäre es in dieser Nacht ähnlich ergangen. Eine Botschaft zeigt sich schon sehr früh. Rassenhass zerstört Leben. Nicht nur die der Opfer. Auch für die Täter ändert sich durch ihr Verhalten einiges. Diese Botschaft wird uns jedoch nicht mit Samthandschuhen serviert. Wir bekommen sie wie mit einem Gewehrgriff über den Schädel gezogen. Selbst jetzt spüren wir noch Nachwirkungen.

Star Wars trifft auf Avengers und Narnia

Wie erwähnt sind es in Detroit nicht die Schauspieler, die die Geschehnisse lenken. Die Situation bestimmt das Vorgehen. Dennoch prägt die Besetzung um Will Poulter das filmische Erlebnis. Wir erwähnen Poulter, der in Filmen wie Narnia 3, The Revenant und Maze Runner gute Leistungen gebracht hat, weil er im Film fast wie die Verkörperung des Bösen daherkommt. Sein Schauspiel macht ihn für uns weitaus beängstigender als Pennywise für dessen Rolle er ebenfalls im Gespräch war. Dafür gebührt ihm größter Respekt. Im Vergleich zu ihm haben Anthony Mackie (Avengers) und John Boyega (Pacific Rim Uprising, Star Wars) eher kleine Rollen.

Unter den weiblichen Charakteren finden wir Hanna Murray, die Game of Thrones Fans als Goldy (beziehungsweise Gilly, wie sie im Englischen heißt) bekannt ist. Insgesamt stellt Detroit viele Charaktere vor. Dies macht klar, dass die Situation kein Fall von einzelnen ist. Es geht um kollektives Versagen unter durchaus landesweiten Rahmenbedingungen.

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Die Beteiligten werden das erlebte wohl nie vergessen.

Eine Zeitreise, die Spuren hinterlässt

Natürlich nimmt die Razzia im Motel die meiste Zeit des Films in Anspruch. Zuweilen kommt ein Hauch von Langatmigkeit auf. An anderer Stelle hätten wir uns noch mehr Informationen über die Bedeutung von Detroit und die Entwicklung der aufkommenden Unruhen gewünscht. Beide Themen werden recht hastig abgehandelt. Die Umsetzung der Vergangenheits-Kulisse ist jedoch toll. Egal ob Kleidung, Musik oder Verhalten der Menschen – es passt einfach alles.

Musik nimmt einen zentralen Aspekt im Film ein. Schließlich befinden sich unter den Opfern auch Musiker, die an ihrem Durchbruch feilten. Dementsprechend ist auch der Soundtrack gestaltet, der meist durch Lieder bestimmt wird, die in der damaligen Zeit gesungen wurden oder in Radios liefen. Abseits dieser Eindrücke trauen sich die Macher auch ab und an nur Dialoge und Geschehnisse für sich sprechen zu lassen, ohne selbst akustischen Einfluss zu nehmen.

Unser Fazit zu Detroit

Bis auf langatmige Stellen und die für uns zu oberflächliche Abhandlung des Hintergrund-Problems ist Detroit ein Film, der es schaffte uns an unser TV-Gerät zu bannen und uns mit einem grausamen Konflikt zu konfrontieren, der in Mark und Bein übergeht. Es ist als hätten wir eine Zeitmaschine genommen und wären an einem Punkt gestrandet, der uns auf unterhaltsame Weise alles gezeigt hat, was wir nicht sehen wollten aber vielleicht sehen mussten. Die Themen Rassismus und Polizeigewalt werden in aller Härte festgehalten. Detroit ist unterhaltsam genug für einen beeindruckenden Filmeabend und lehrreich genug für eine Vorführung im Unterricht.


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Solltet ihr euch bei Thrillern zu Hause fühlen, werft auch einen Blick auf unsere Reviews zu Hangman und American Assassin.

Christian Sengstock

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