Sleepless: Eine tödliche Nacht in unserer Review

Der Schweizer Regisseur Baran bo Odar hat mit Who Am I – Kein System ist sicher einen Film gemacht, der im Kopf bleibt und uneingeschränkt empfehlenswert ist. Mit Sleepless: Eine tödliche Nacht stürzt er sich nun in sein US-Debüt. Damit dieses auch gelingen kann, ist der Thriller mit Top-Stars wie Jamie Foxx oder Michelle Monaghan gespickt. Die Beschreibung verspricht neben rasanter Action auch überraschende Wendungen und charakterliche Tiefe. Da wir nicht alles glauben, was auf der Verpackung steht, haben wir uns Sleepless: Eine tödliche Nacht selbst angesehen. Welche Meinung wir uns zum etwa 91 minütigen Titel gebildet haben, entnehmt ihr am besten selbst den kommenden Zeilen.

Sleepless: Eine tödliche Nacht – Die Stadt der Sünde wird ihrem Ruf gerecht

Sleepless: Eine tödliche Nacht erzählt die Geschichte des Polizisten Vincent (Jamie Foxx), der nachts die Straßen von Las Vegas unsicher macht. Lohn ist beispielsweise ein Leben, zu dem das Gesetzeshüter-Gehalt allein nicht ausreicht. Zur Seite steht ihm dabei sein Partner Sean, der sich ebenso gerne ein illegales Zubrot verdient. Dies wird den beiden zur Verhängnis. Bei einem Job stehlen sie nämlich 25 Kilo Kokain, die auf dem Weg zum Casino-Boss Stan Rubino (Dermot Mulroney) waren. Das mit dem ursprünglichen Empfänger der Ware nicht gut Kirschen essen ist, macht dieser mit der Entführung von Vincents Sohn Thomas mehr als deutlich. Zusätzlich gibt es da noch diese misstrauische Kollegin von der Dienstaufsicht (gespielt von Michelle Monaghan), die nur zu gerne wüsste, welcher Kollege hinter den verschossenen Polizei-Kugeln steckt. Als wäre Vincents Lage nicht so schon aussichtslos genug, hat auch ein skrupelloser Drogenbaron (Scoot McNairy) fest mit der Kokain-Lieferung gerechnet.

Sleepless: Eine tödliche Nacht
Sleepless: Eine tödliche Nacht – Vincent durchbricht die Grenzen des Gesetzes

Setzt Sleepless: Eine tödliche Nacht nach Who am I noch einen drauf?

Die Story ist, wie sie oben beschrieben wurde, alleine noch kein Grund vor Freude in die Luft zu springen. Hauptdarsteller, die im Rahmen eines Thrillers die falsche Person bestehlen, haben wir schon oft gesehen. Auch die Entführung eines Familienmitglieds als Geisel ist beinahe gängige Praxis. Gerade aus diesem Grund waren wir gespannt, wie uns der Titel dennoch mitreißen kann. Selbstverständlich ist bei einem wahren Action-Kracher die Story nicht immer 100%ig im Mittelpunkt. Dennoch ist sie der rote Faden, der entscheidet, wie sehr man mit den Protagonisten mitfiebert. Leider hat es Sleepless: Eine tödliche Nacht nicht geschafft eine Verbindung zwischen uns und den einzelnen Charakteren aufzubauen. So litten wir weder mit dem entführten Jungen, noch mit Vincent, Sean oder den verlierenden Bösewichten. Ob dies dem schnellen Start in den Film, oder den oberflächlichen Dialogen geschuldet ist, können wir nicht genau sagen. Wahrscheinlich sind beide Aspekte nicht unschuldig.

Überragende Schauspieler machen nicht unbedingt einen überragenden Film

Jamie Foxx hat schon häufiger bewiesen, dass er seinen Oscar zu recht verliehen bekommen hat. Michelle Monaghan hat uns vor allem in der Serie The Path kürzlich sehr gut gefallen. Was beide jedoch in Sleepless: Eine tödliche Nacht gemeinsam haben, ist die Tatsache, dass sie blass bleiben. Oberflächliche Dialoge, vorhersehbare Motive und einfach gezeichnete Charaktere sorgen dafür, dass beide ihr Potenzial nicht ansatzweise ausspielen können. An dieser Stelle hätte man sicherlich auch günstigere Kollegen für einen ähnlichen Effekt anheuern können. Für beide kann ich mir vorstellen, dass die Rollen als Hauptcharaktere in einem Action-Thriller sicherlich reizvoll waren. Ein Höhepunkt beider Karrieren stellt der Auftritt in Sleepless jedoch sicher nicht dar. Auch auf der Seite von blutrünstigem Drogenboss und aalglattem Casino-Betreiber fehlt der Tiefgang, der das Publikum gegen sie aufbringt. Natürlich tut das der Action keinen Abbruch. Es verhindert jedoch, dass Sleepless: Eine tödliche Nacht einen positiveren Eindruck hinterlässt.

Sleepless: Eine tödliche Nacht

Sleepless hat auch Hollywood-reife Aspekte

Die Charaktere mögen flach bleiben und ihre Motive zu einfach. Was jedoch über jeden Zweifel erhaben ist, sind die Action-Sequenzen des Titels. Die Musikalische Untermalung ist dabei unaufdringlich und unterstreicht die Szenen gekonnt. Kommt der Titel in Fahrt, bringt Jamie Foxx seine ganze Physis mit ein und sorgt dank guter Gegenspieler und sehenswerten Kampf-Choreografien für die besten Momente des Films. Dabei wird auf viel Effekthascherei verzichtet und auf Fahrzeug-Stunts, Zweikämpfe und natürlich den ein oder anderen Kugelhagel gesetzt. Dabei verbreitet Sleepless nicht die künstliche Zerstörungswut eines Michael Bay. Für die passende Portion Härte sorgt zudem die Freigabe ab 16 Jahren. Action-Film Liebhaber und die, die einer Portion seichter Unterhaltung nicht abgeneigt sind, können definitiv gefallen am Action-Thriller finden. Auch für einen Männerabend ist das Werk von Baran bo Odar sicherlich nicht die schlechteste Wahl. Wer jedoch mehr sucht, sollte am besten noch etwas weiter suchen.

Ein Making-Of ist auch mit von der Partie

Unser Testmuster von Sleepless: Eine tödliche Nacht hatte nicht nur ein paar Filmtrailer zu bieten. Auch ein Making-Of zum Film wurde mit auf die DVD gepresst. Deutscher und englischer 5.1 Sound waren genauso makellos, wie die Bildqualität. Ein Lob verdient auch die gute Synchronisation, die sich nicht nur den namhaften Synchron-Stimmen von Jamie Foxx und Michelle Monaghan bedient, sondern auch den anderen Charakteren sehr gut passende deutsche Vertonung verpasst. Die Frage, ob die Blu-ray oder DVD von Sleepless eure Sammlung bereichern oder nicht, muss am Ende des Tages jeder für sich selbst beantworten. Einen Fehler macht ihr definitiv nicht, wenn ihr zu Sleepless: Eine tödliche Nacht greift, es sei denn, ihr seid dem Genre an sich völlig abgeneigt.

Unser Fazit

Unter dem Strich handelt es sich bei Sleepless: Eine tödliche Nacht um einen durchschnittlichen Action-Thriller, der vor allem bei der hochkarätigen Besetzung viel Potenzial verschenkt. Nichtsdestotrotz sind wir davon überzeugt, dass Action-Fans durchaus auch auf ihre Kosten kommen können. Gutes Kamera- und Schnitt-Handwerk und actionreich gestaltete Kämpfe machen Sleepless: Eine tödliche Nacht zumindest sehenswert. Film-Fans, die mit dem Genre jedoch nicht viel anfangen können oder sich mehr wünschen als einen Durschschnitts-Film, sollten den Blick im Regal weiter schweifen lassen. Sleepless: Eine tödliche Nacht erhaltet ihr ab dem 18. Juli auf Blu-ray und DVD.

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Lasst euch zudem nicht unsere Review zu Spider-Man: Homecoming entgehen, den wir bereits sehen durften.

Christian Sengstock

Ich liebe es, dank Games und anderen Bereichen des Entertainments in neue Welten abzutauchen und mich von aktueller Technik begeistern zu lassen. All dies mit euch zu genießen, ist der Antrieb hinter Gamer's Potion.

2 Gedanken zu „Sleepless: Eine tödliche Nacht in unserer Review

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