Forza Motorsport 7 – Mit Vollgas aufs Treppchen?

Wie häufig dürfen sich die Männer und Frauen von Xbox anhören, dass es zu wenig exklusive Titel für die eigenen Konsolen gibt? Eine Anschuldigung, die zwar auf manche Genres zutreffen mag. Bei den Racing-Games sieht es aber definitiv nicht so aus. Mit Forza Motorsport beherbergt Xbox eine der beliebtesten Racing-Serien unter dem eigenen Dach. Da ist es selbstverständlich, dass Forza Motorsport 7 nur zu gerne in der Startaufstellung neben den digitalen Kontrahenten Platz nimmt. Während die Ampeln für Project Cars 2 schon länger auf Grün stehen, begibt sich nun auch der neuste Ableger aus dem Hause Turn 10 auf die Rennstrecke. Ob Forza 7 nicht nur den Anschluss schafft, sondern den ersten Widersacher überholt, bis mit Gran Turismo Sport der dritte Titelaspirant seine runden dreht, haben wir für euch getestet. Einen Sieger können wir jedoch bereits jetzt ausmachen. Gemeint sind wir Gamer, die voraussichtlich mehr als gute Racing-Simulationen geboten bekommen.

Im Kampf der Superlative legt Forza Motorsport 7 nach

Mit Project Cars 2 stellten wir euch bereits das Racing-Game mit den meisten Rennstrecken, die jemals in einem Konsolen-Game vorhanden waren, vor. Forza Motorsport 7 legt nun nach. Mit 32 Racing-Umgebungen und mehr als 200 Rundkursen gibt es die größte Auswahl der Forza Historie. Auf diesen Strecken dürft ihr mit über 700 Fahrzeugen eure Runden drehen. Darunter befindet sich die umfangreichste Ferrari und Porsche-Sammlung, die ihr überhaupt in einem Racing-Game findet. Als Xbox Play Anywhere Titel benötigt ihr außerdem nur eine Version für PC und Xbox One. Während sich PC Spieler schon jetzt über HDR und 4K bei 60 FPS freuen dürfen, läuft Forza Motorsport 7 auch auf der Xbox One X in 4K bei 60 FPS. Was werfen die Entwickler von den Turn 10 Studios noch in die Waagschale? Ein neues Wetter-System soll eure Rennen abwechslungsreich und realistisch gestalten und selbst ein waschechter Couch-Coop-Modus ist mit von der Partie.

Forza Motorsport 7 Xbox One X PC Review Test 1

Forza Motorsport 7 – Wo man sich seine Boliden noch erarbeiten muss

Begebt ihr euch in die Welt von Forza 7, werdet ihr direkt mit schönen Intro-Videos begrüßt, die euer Benzin-betriebenes Herz schneller schlagen lassen. Das sorgt neben den passenden Tönen zu der richtigen Atmosphäre, um zu starten. Eine Erkundungstour durch die übersichtlichen und zeitgemäßen Menüs verrät euch schnell, was euch vom Racing-Game geboten wird. So probiert ihr euch nach Belieben an verschiedenen Einstellungen und entscheidet so selbst, wie realistisch euer Fahr-Erlebnis wird. Auf dessen Auswirkungen kommen wir jedoch erst später zu sprechen. Anders als in Project Cars 2 bekommt ihr euren Fuhrpark übrigens nicht direkt von beginn an gestellt. Ihr könnt Fahrzeuge leihen, kaufen, verkaufen und nicht zuletzt auch gewinnen. Zum Kauf werden Credits genutzt, die ihr im Laufe eurer Aktionen auf der Strecke erfahrt. Deren Höhe richtet sich wiederum an Schwierigkeitsgrad und Mods. Solche Mods schaltet ihr durch Preiskisten frei, die ihr kauft. Allerdings sind damit aktuell keine Mikrotransaktionen verbunden.

Anfänglicher Ärger rund um Mods und VIP-Mitgliedschaft

Wie ihr seht, ist es in Forza Motorsport 7 möglich, euren Spielfortschritt zusätzlich durch die erwähnten Mods zu beschleunigen. Gerade für VIP Mitglieder sorgten diese jedoch zunächst für gewisse Ärgernisse. Bislang war es so, dass sich Käufer einer VIP-Mitgliedschaft dauerhaft über die doppelte Credit-Zahl freuen durften. Aktuell ist diese Verdopplung lediglich auf 25 Rennen beschränkt. Während Besitzer der Standard-Version nicht betroffen sind, vermissten Käufer der Ultimate-Edition eine deutliche Information über diese Änderung. Zumal die, in Form von Mods verliehenen, Boni gleichzeitig Felder für andere Mods blockieren. Der erworbene Vorteil ist also mit dem von vorherigen Versionen nicht zu vergleichen. Natürlich ändert diese Tatsache am eigentlichen Spiel nichts und dennoch möchten wir dies, auch auf Wunsch unserer Leser, nicht unerwähnt lassen. An dieser Stelle wäre eine offene Kommunikation sicherlich für alle Seiten von Vorteil gewesen. Neben Mods und Credits steigt ihr zusätzlich durch den Wert eures Fuhrparks in verschiedene Stufen auf.

Forza Motorsport 7 Xbox One X PC Review Test 2

Der Forza Driver’s Cup als Zentrum eurer Singleplayer-Erfahrung

In Forza Motorsport 7 werdet ihr zum Rennfahrer. Das beginnt nicht erst mit dem ersten Rennen des Forza Driver’s Cups. Schon vorher wählt ihr euer Geschlecht und eine Racing-Kluft. Während ihr zunächst nur eine überschaubare Auswahl habt, gehören weitere Outfits zu den vielen Dingen, die ihr freischalten und gewinnen könnt. Beim Driver’s Cup selbst handelt es sich um eine typische Racing-Kampagne in der ihr euch Schritt für Schritt an die Spitze kämpft. Dabei nehmt ihr an verschiedenen Racing-Serien und Schaurennen teil. So schaltet ihr einerseits weitere Events frei und setzt andererseits euren Weg fort. Die Präsentation des ganzen ist gelungen und wirkt wie aus einem Guss. Schaurennen wie zum Beispiel Auto-Bowling lockern den Racing-Alltag zusätzlich auf, ohne vom Thema abzudriften. Viele verschiedene Rennserien und nicht zuletzt das Gameplay von Forza 7, auf das wir noch eingehen, machen den Driver’s Cup zu einem Modus, in dem wir gerne unsere Runden drehen.

Die Konkurrenz ist groß

Neben dem schon erwähnten Couch-Coop-Modus, der dank direktem, lebendigen Gegenspieler auf der eigenen Couch auch sofortige Auswirkungen auf euer leibliches Wohl haben kann, habt ihr die Möglichkeit euch mit anderen Spielern auch online zu messen. Der Weg in ein Online-Duell ist leicht. Dessen Verlauf richtet sich natürlich nach eurem Können und dem Können eurer Gegner. Zumindest gehen euch letztere niemals aus. Das Gefühl gegen menschliche Gegner anzutreten ist natürlich ein ganz besonderes. Allerdings tummeln sich online auch schwarze Schafe, die es mit dem Fairplay beim Racing nicht ganz so ernst nehmen. Eine Möglichkeit euch gänzlich von Gegenspielern zu befreien und eventuell einfach den eigenen Fuhrpark und die Strecken zu genießen ist euch ebenfalls gegeben. Insgesamt wird euch also ein volles Racing-Paket geboten, das bei Modi und deren Gestaltung kaum ein Wunsch unerfüllt lässt.

Forza Motorsport 7 Xbox One X PC Review Test 3

Von Arcade bis Simulation in weniger als einer Minute?

Was den Simulations-Charakter von Forza Motorsport 7 angeht, müssen wir gestehen, dass Project Cars 2 an dieser Stelle noch detaillierter war und wahren Racing-Fanatiker noch eine Portion mehr von dem gibt, was das Racing ausmacht. Dafür schafft es Forza Motorsport 7 die Einstiegs-Hürde so flach zu halten, dass selbst Arcade-Fans auf ihre Kosten kommen. Wenn also am äußersten Ende der Simulation ein gutes Stück zu Project Cars 2 fehlt, ist die in Frage kommende Kundschaft dennoch zahlenmäßig größer. Für mich persönlich ist der Titel trotz der Möglichkeit des Zurückspulens und der leicht zu meisternden unteren Schwierigkeitsgrade genau der richtige. Das muss allerdings nicht jeder so sehen. Dennoch gibt es in den höheren Schwierigkeitsgraden ebenfalls genug Anspruch und bei den Fahrzeug-Einstellungen genug Optionen, um Forza Motorsport 7 als Racing-Simulation ernst zu nehmen. Zudem unterscheiden sich die verschiedenen Boliden in ihrer Fahrweise und ihrem Sound deutlich voneinander.

Die Wahrheit liegt auf der Strecke

Auf der Strecke erwarten euch Gameplay und Grafik, wie wir sie in der Kombination bei einem Racing-Game noch nie gesehen haben. Tolle Fahrzeug-Modelle, die sich beeindruckend genau steuern lassen, sind ähnlich gelungen, wie die Wetter-Effekte, die sich uneingeschränkt auf das Fahrverhalten auswirken. So merkt ihr sogar, wenn ihr bei der Dubai-Strecke über Sandverwehungen fahrt. Zweifelsohne sehen die Strecken toll aus. Bei dem ein oder anderen Rundkurs hätten wir uns noch etwas mehr Leben in Form von Zuschauern oder Events am Streckenrand gewünscht. Fahrt jedoch einmal nachts über einen verregneten Kurs, erlebt einen Sonnenuntergang aus eurem Cockpit oder verfolgt eure Spiegelung auf der Innenseite der Scheibe. Das ist Freude am Fahren. Hierbei sprechen wir wohlgemerkt nur vom Spiel auf unserer Xbox One . Was Forza Motorsport 7 in 4K auf Xbox One X und auf PC her macht, wissen wir nicht. Leider erlaubt das Schadensmodell nicht, eure Boliden komplett zu zerlegen.

Forza Motorsport 7 Xbox One X PC Review Test 4

Unser Fazit zu Forza Motorsport 7

Egal ob Umfang, Optik oder Gameplay – Forza Motorsport 7 macht beinahe alles richtig. Kritisieren kann man, dass der Simulations-Aspekt nicht so ausgeprägt ist, wie bei Project Cars 2. Doch wer entscheidet, wie viel Simulation eine Racing-Sim haben muss, um sich so bezeichnen zu dürfen? Stattdessen freuen wir uns über die Einsteigerfreundlichkeit, die uneingeschränkt gegeben ist. Solltet ihr zu leicht gewinnen, schlägt das Spiel gleich von selbst vor, dass ihr den Schwierigkeitsgrad in die Höhe schraubt. Auch die Präsentation abseits der Strecke kann sich sehen lassen. Racing und Autos werden regelrecht zelebriert. Ihr könnt tunen, modifizieren und lackieren. Leider sträuben sich Autobauer scheinbar noch immer gegen die Zerlegung ihrer Boliden. Dafür sind letztere extrem detailliert nachgebildet und auch die Fahrphysik lässt kaum Wünsche offen. Forza 7 nähert sich mit High-Speed dem Genre-Thron. Wir sind sehr gespannt, ob Gran Turismo Sport den Anschluss findet. Xbox- und PC-Besitzer dürfen sich aber freuen.


Werft gerne auch einen Blick auf unsere aktuellen Reviews zu Project Cars 2 und Cuphead. Während beide Spiele eine extreme Geschwindigkeit vereint, gebt ihr bei PES 2018 die Geschwindigkeit des runden Leders selbst vor.

Solltet ihr Forza Motorsport 7 noch nicht euer Eigenen nennen, schaut gerne einmal beim unten eingefügten Link vorbei. Wenn ihr über diesen zuschlagt, unterstützt ihr uns direkt und habt selbst keinerlei Nachteil.

Christian Sengstock

Ich liebe es, dank Games und anderen Bereichen des Entertainments in neue Welten abzutauchen und mich von aktueller Technik begeistern zu lassen. All dies mit euch zu genießen, ist der Antrieb hinter Gamer’s Potion.

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