Hidden Agenda – Wir haben den Trapper gejagt

Knipst eure PlayStation an, ladet eure Freunde ein und jagt einen Serienmörder. Genau das ermöglicht euch Hidden Agenda. Der interaktive Thriller stammt aus der Feder der Until Dawn-Macher von Supermassive Games. Die Geschehnisse von Hidden Agenda ereignen sich allerdings nicht in der Welt des Horror-Spiels. Diese ist dank der VR-Titel The Inpatient und Until Dawn: Rush of Blood trotzdem noch immer sehr belebt.

Supermassive Games bleibt sich selbst treu. Eine dichte Atmosphäre, folgenschwere Entscheidungen und nicht zuletzt eine tolle Optik sollen euch vor die Bildschirme fesseln. Die neuen Zutaten für eine gelungene Gaming-Mahlzeit heißen PlayLink und Teamwork. Ob ihr am Ende unbefriedigendes Fast Food oder einen Gaumenschmaus erwarten dürft, erfahrt ihr direkt hier bei uns.

Hidden Agenda – Beendet ihr die Machenschaften des Trappers?

Die Geschichte hinter Hidden Agenda ist schnell erzählt. Ein Killer namens „The Trapper“ tötet seine Opfer und hinterlässt eine Mausefalle (englisch trap = Falle) am Tatort. Durch Bomben, die er ebenfalls am Ort der Straftat versteckt, hat er zudem das Leben einiger Polizisten vorzeitig beendet. Die Taten beunruhigen aufgrund ihrer Grausamkeit die gesamte Bevölkerung.

Für euch beginnt die Geschichte in dem Moment, als ihr zu einem Tatort gerufen werdet. Ihr ertappt in der Haut von Polizistin Becky Marney einen Geiselnehmer auf frischer Tat. Alles deutet darauf hin, dass es sich bei der Person um den Trapper handelt. Ohne auf die weiteren Geschehnisse einzugehen, sollte euch klar sein, dass die Story mit dieser Szene erst ihren Startpunkt findet. Im Verlauf der weiteren Geschichte untersucht ihr unterschiedliche Schauplätze, verhört mögliche Zeugen und kommt eurem Ziel nach und nach immer näher. Wie die Geschichte endet, liegt in euren Händen.

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In Hidden Agenda trefft ihr die Entscheidungen für Becky Marney

Mit dem Smartphone im Auftrag des Gesetzes

Mit maximal sechs Personen stürzt ihr euch in die Geschichte von Hidden Agenda. Damit dies funktioniert, müsst ihr euch vorab die passende Smartphone-App für Android oder iOS herunterladen. Nach dem Start des Spiels legt jeder auf der App seinen Namen fest und es kann losgehen. Während es die Möglichkeit gibt, die Story gemeinsam zu erleben und wichtige Entscheidungen im Team zu fällen, ist der Wettbewerbsmodus das eigentliche Herzstück des Titels.

Im interaktiven Thriller gibt es eine Hand voll Gameplay-Elemente, die sich wiederholen. Diese sind so gestrickt, dass auch Gelegenheitsspieler zurechtkommen. So sucht ihr durch das Bewegen eures Daumens nach Beweisen, erledigt kleine Touch-Quicktime-Events oder wählt einfach aus den gegebenen Antwortmöglichkeiten. Besonders sind Geheimaufträge, die immer ein Spieler erhält. Durch das Erfüllen bekommt derjenige Punkte. Wenn ihr richtig erratet, ob jemand einen Geheimauftrag hatte und wer es war, erhaltet ihr ebenfalls Punkte. Ein Feature, das wirklich Spaß macht.

Verdacht auf schlechte Synchronisation

Während Hidden Agenda für den aufgerufenen Preis von zwanzig Euro eine gute Grafik auf den Bildschirm zaubert, konnten uns die Gesichtsanimationen nicht immer überzeugen. Während wir hier jedoch auf recht hohem Niveau meckern, erinnert die Synchronisation zeitweise wie eine Mischung aus amerikanischer Werbesendung und Low Budget Horror-Film. Zum Glück hatten wir auch die Möglichkeit in englischer Sprache und mit deutschen Untertiteln zu spielen. Ab und an wurden verschiedene Texturen zudem erst recht spät geladen. Das ist zwar zu verschmerzen, behindert aber die ansonsten tolle Atmosphäre.

Eine zweite Fehlerquelle war die Arbeit mit dem Smartphone. Wir haben mit der Android Version, einem Huawei Mate 8 und einem Samsung Galaxy S8 gearbeitet. Wir deckten so gleichzeitig zwei Android Versionen und zwei Hersteller ab. Grobe Fehler gab es nicht. Ab und zu hatten wir jedoch das Gefühl, dass unsere Eingaben nicht zuverlässig auf den Bildschirm übertragen wurden.

Treibt eure Freunde zur Verzweiflung

Innerhalb des dreistündigen Thriller-Erlebnisses kommt eine dichte Atmosphäre auf. Das liegt weniger an den Charakteren, die in vielen umfangreicheren Spielen sicherlich schon besser ausgearbeitet wurden. Viel mehr liegt dies an den dunklen Schauplätzen, dem realistischen Setting und der guten akustischen Untermalung. Wenn es nämlich um den Soundtrack geht, werden verschiedenste Situationen gut vertont, ohne zu aufdringlich zu werden.

Hidden Agenda ist in Abschnitte eingeteilt, die ihr auch mit unterschiedlichen Freunden spielen könnt. So seid ihr auch nicht immer auf Gesellschaft angewiesen. Das Spiel profitiert jedoch von der Dynamik, die durch zusätzliche Mitstreiter entsteht. Schließlich müsst ihr euch bei Entscheidungen einig sein. Zudem gibt es Übernahme-Karten mit denen ihr eure Mitspieler überstimmen und bis zur Verzweiflung treiben könnt. Insgesamt habt ihr das Gefühl bei einem Kinofilm die Strippen zu ziehen, was eine gute Abwechslung zum restlichen Gaming-Alltag sein kann.

Unser Fazit zu Hidden Agenda

Hidden Agenda konnte den guten ersten Eindruck von der Gamescom bestätigen. Das Konzept ist toll. Supermassive Games und Sony haben gemerkt, dass viele Until Dawn nicht nur alleine erleben wollten. Dann haben sie gehandelt und Hidden Agenda auf die Beine gestellt. Der Mut hat sich gelohnt. Sicherlich funktioniert das Zusammenspiel zwischen App und Game nicht immer perfekt und auch die teilweise nicht überzeugenden Gesichts-Animationen und die schlechte Synchronisation sind deutliche Kritikpunkte.

Unter dem Strich erhaltet ihr für rund zwanzig Euro jedoch einen spielbaren Thriller, der gemeinsam mit euren Freunden eine ganz besondere Eigendynamik entwickelt. Durch die vielen verschiedenen Entscheidungsmöglichkeiten ist zudem Wiederspielwert gegeben. Leider fühlt sich nicht jeder erfolgreiche Durchgang auch wie ein solcher an. Dennoch überwiegt die Freude über den frischen Wind. Wir sind auf jeden Fall gespannt auf mehr.


Natürlich ist Hidden Agenda nicht das einzige, was das Jahresende zu bieten hat. Hier erhaltet ihr eine Übersicht über die Games und Filme des Dezembers.

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Christian Sengstock

Ich liebe es, dank Games und anderen Bereichen des Entertainments in neue Welten abzutauchen und mich von aktueller Technik begeistern zu lassen. All dies mit euch zu genießen, ist der Antrieb hinter Gamer’s Potion.

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