Red Christmas – Weihnachtlicher Horror im Test

Weihnachten ist zugegebener Maßen noch ein paar Monate entfernt. Wahrscheinlich kommen Spekulatius, Weihnachtsplätzchen und Co. erst nächste Woche in die Regale verschiedener Discounter und dennoch wissen wir, dass das Fest Ende Dezember ohne jeden Zweifel unsere Herzen reicher und unsere Konten leerer macht. Was gibt es an solch einem Feiertag schöneres, als mit der ganzen Familie einen schönen Splatter-Horror zu schauen. Das, oder etwas Ähnliches, hat sich wohl auch Schröder Media gedacht und beschenkt euch schon ab dem 5. Oktober mit der Blu-ray, der DVD und der Video on Demand-Version von Red Christmas. Damit ihr nicht im Ungewissen bleibt, was euch erwartet, haben wir die roten Weihnachtsmützen aufgezogen, heiße Schokolade gekocht und die ersten Plätzchen gebacken. In der richtigen Atmosphäre haben wir uns dann voll und ganz auf den Streifen Red Christmas, der im Deutschen den treffenden Beinamen „Blutige Weihnachten“ trägt, eingelassen. Hier unsere Einschätzung zum Feiertags-Horror.

In Red Christmas kommt die ganze Familie zusammen

Zum sonnigen australischen Weihnachtsfest findet sich die gesamte Familie im Haus der Eltern ein. Schließlich soll das heilige Fest, genau wie jedes Jahr, gemeinsam begangen werden. Der Baum ist geschmückt, die Geschenke sind verpackt und nach und nach treffen die letzten Gäste bei Mutter Diane und ihrem Bruder Joe ein. Während Diane und ihre erwachsene Tochter Ginny sehr christlich sind, nehmen es Joe, Tochter Suzy, Adoptivtochter Hope und der am Down Syndrom erkrankte Sohn Jerry mit dem Glauben nicht ganz so ernst. Beide Töchter sind verheiratet. So machen Ginnys Mann Peter und Suzys Mann Scott die Familie komplett. Nach dem typischen Familien-Chaos und weniger typischen familiären Kleinkrieg, stehen alle kurz vor dem Öffnen der Geschenke. Plötzlich klingelt es an der Tür und Diane lässt eine stark vermummte Gestalt herein. Während Mitleid Diane daran hinderte, den Fremden namens Cletus nicht herein zu lassen, droht sie ihr größtes Geheimnis zu enthüllen.

Red Christmas-Blutige Weihnachten Horror Splatter Review Test 1

Eine blutige Jagd nimmt ihren Lauf

Diane wird übrigens von Dee Wallace gespielt. Ihr könntet sie also durchaus aus Horror-Klassikern wie The Hills have Eyes und Cujo aber auch aus E.T. kennen. Sie ist ohne jeden Zweifel die zentrale Figur des Films. Das bemerkt ihr jedoch erst dann, wenn der ungewöhnliche Besucher eine Grenze der Mutter überschreitet und gewaltsam des Hauses verwiesen wird. Cletus nimmt dies jedoch nicht zum Anlass die Familie mit ihrem Fest allein zu lassen. Stattdessen beginnt er einen blutigen Amoklauf. Rücksichtslos dezimiert der offenbar missgebildete Eindringling die Familie und dem Zuschauer wird nach und nach klar, was die fremde Gestalt antreibt. Bis zum Ende hin steht gleichzeitig die Familie von Diane im Mittelpunkt, die auch ohne mörderische Unterstützung schon genug Probleme und eigene Sorgen hat. So versucht Diane mit aller Macht und all ihrem zur Verfügung stehenden Mut, so viele Mitglieder ihrer Familie wie möglich, zu schützen.

Mehr als eine reine Splatter-Orgie

Regisseur Craig Anderson wollte mit seinem Horror-Film Red Christmas mehr als eine einfache Splatter-Orgie erschaffen. Dementsprechend fließt weniger Blut, als wir zunächst befürchteten. Stattdessen rückt immer wieder das Familiendrama in den Mittelpunkt. Dadurch, dass die verschiedenen Charaktere sich bewusst mehr als deutlich unterscheiden und stark überzeichnet sind, entsteht zudem ein besonderes Gefühl des Unwohlseins und des Fremd-Schämens. Dieses Gefühl wird durch einen ganz eigenen Look mit Hilfe von Kamerafiltern unterstützt. Diese Kombination gibt Red Christmas einen künstlerischen Touch ohne auch nur einmal in irgendeiner Art mit der Moralkeule zu schwingen. Was das Verhalten der Charaktere angeht, bekommen wir durchschnittliche Horror-Kost geboten. An dieser Stelle offenbart sich die Durchschnittlichkeit von Red Christmas. Es gibt Weniges, was wir nicht zuvor schon in anderen Horror-Filmen gesehen hätten. Lediglich ein Thema, das direkt zu Beginn des Films zur Sprache gebracht wird und sich durch den Film zieht, rückt immer wieder in den Mittelpunkt.

Red Christmas-Blutige Weihnachten Horror Splatter Review Test 3

Nicht nur zu Weihnachten eine Alternative

Red Christmas erscheint nicht zur Weihnachtszeit. Das ist auch nicht notwendig. Der Film greift eher das Familien-Leben auf, als die Weihnachtstage. Dementsprechend spielt er auch im sonnigen Australien und nicht in einem verschneiten Heim. Thema hätte also genauso ein Osterfest sein können. Also seid ihr, was das Schauen des Films angeht, anders als bei Filmen wie Krampus, nicht auf eine Jahreszeit beschränkt. Die Schauspielerische Leistung, die die Darstellern abrufen, variiert stark. Vor allem Mutter Diane überragt ihre teils beabsichtigt nervigen Kinder. Auch den an Down Syndrom erkrankten Jerry, den Gerard O’dwyer mimt, sollte man positiv erwähnen. Er spielt auch keine unwesentliche Rolle beim Ausgang des Films. Sicherlich hätten sowohl die Charaktere, als auch die Story an sich noch mehr Potenzial gehabt. Dennoch haben wir auch schon viel schlechtere Genre-Vertreter gesehen. Red Christmas kann man zu Gute halten, dass der Film versucht eine besondere Dramatik in seine Horror-Natur zu bringen.

Unser Fazit zu Red Christmas – Blutige Weihnachten

Unter dem Strich erhaltet ihr mit Red Christmas einen leicht überdurchschnittlichen Horror-Film, der versucht sich durch Drama-Elemente und ein tiefgründiges Thema von anderen Genre-Vertretern abzugrenzen. Dank Dee Wallace funktioniert das immer wieder gut. In anderen Situationen kann der Splatter-Horror jedoch nicht sein ganzes Potenzial ausschöpfen. Auch spart es sich Regisseur Craig Anderson dem Film eine eigene Meinung zu den wichtigen Themen des Titels zu geben. Das hat zwar durchaus den Vorteil, dass sich kein Zuschauer mit der Moral-Keule bedroht fühlt. Andererseits würde dies noch weiter zum Denken anregen. Sein künstlerischer Touch samt interessanter und ungewöhnlicher Charaktere, die sich von den „Standard Charakteren“ abheben, lassen uns Red Christmas dennoch in guten Gedanken behalten. Genre-Fans sollten dem Titel also durchaus eine Chance geben. Wer Horrorfilmen jedoch an sich schon wenig abgewinnen kann, sollte nicht mit Red Christmas ins Genre einsteigen. Da wäre zum Beispiel Krampus eine bessere Alternative zu Weihnachten.


Wer sich bei Horror-Filmen zu Hause fühlt, sollte auf jeden Fall einen Blick auf unsere Review zu Halley – Das Leben eines Zombies werfen. Alle anderen dürfen gerne den Blick über den Tellerrand wagen und sich unsere Review zu Kingsman 2, Killer’s Bodyguard oder auch Martin Scorseses Silence anschauen.

Gefällt euch Red Christmas? Dann werft gerne einen Blick auf unseren Amazon-Link zum Titel. Über den Link könnt ihr den Film vorbestellen und unterstützt uns damit direkt. Nachteile entstehen euch dabei selbstverständlich nicht.

Christian Sengstock

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