Mit Black Panther geht der letzte Marvel-Streifen vor Avengers: Infinity War in Richtung Heimkino. Wir haben uns noch vor dem Verkaufsstart eine Blu-ray geschnappt und geschaut, ob die Raubkatze auch auf Blu-ray die scharfen Krallen ausfährt.

Die Befürchtungen, dass Disney Marvel-Helden auf der Leinwand den Biss rauben könnte, sind mittlerweile aus den Köpfen der Fans verschwunden. Natürlich spalten Filme, wie der dritte Auftritt von Thor oder Spider-Man: Homecoming, noch immer die Fan-Landschaft. Dies bedeutet jedoch, dass man auch Werke geschaffen hat, die Ecken und Kanten haben und nicht jedem automatisch gefallen müssen. Uns haben beide Titel überzeugt. Vor allem Thor: Ragnarok (den deutschen Titel darf man ignorieren) hat bewiesen, dass die einzelnen Helden-Streifen trotz ihrer Vielzahl nicht austauschbar und beliebig sind. Dies sollte auch jeder gemerkt haben, der sich Avengers: Infinity War angeschaut hat, ohne zuvor dem Beschützer von Wakanda eine Chance zu geben.

Anders als Helden wie Dr. Strange oder Thor tritt der Black Panther zum ersten Mal als Gast auf. Genau wie Spider-Man bekommen wir ihn nämlich zu sehen, bevor sich ein Film seiner Origin-Story gewidmet hat. In Civil War waren beide nur Ergänzungen zur bekannten Superhelden-Schar. Beide vermochten es, erste Duftmarken zu setzen und sie erhielten jeweils eine der begehrten Post-Credit-Szenen. Die erste zeigte uns die Heimat des Black Panthers, Wakanda. Wie lebt es sich also im afrikanischen Land und welcher Gegner vermag es, sich mit einem ganzen Königreich anzulegen? All diese und weitere Fragen beantworten wir in den folgenden Zeilen.

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Die Stämme von Wakanda sind sich nicht immer einig – ©Marvel Studios 2018

Eine Origin-Story auch nach dem ersten Auftritt

Black Panther nimmt sich die Zeit, sowohl die Zuschauer mitzunehmen, die T’Challa und seinen Vater schon in Civil War kennenlernten, als auch die, die ohne Vorkenntnisse zum Film greifen. Dabei konnte uns der gut durchdachte Storyverlauf, der die Vergangenheit, Gegenwart und die Zukunft Wakandas verknüpft, regelrecht begeistern.

Prinz T’Challa steht nach dem Verlust seines Vaters vor der größten Verantwortung seines Lebens. Er wird König von Wakanda. Sehr schnell konfrontiert ihn seine Aufgabe jedoch mit der Vergangenheit und der Gegenwart seines Königreiches und nicht zuletzt seiner Familie. Diese Konfrontation nimmt Ausmaße an, die nicht nur seine Zukunft als Herrscher bedrohen. Auch ganz Wakanda und der Rest der Welt schweben in ernsthafter Gefahr. Schnell muss T’Challa lernen, auf wen er zählen kann und wie er sein Königreich vereint. Schafft er es, seinen Pflichten als Black Panther, König und zukünftiger Mitstreiter der Avengers nachzukommen?

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Auch ohne Anzug ein Krieger – ©Marvel Studios 2018

Black Panther als Beschützer einer neuen Welt

Mit Wakanda hat Marvel neben Weltraum-Ausflügen, Zauberkraft und zahlreichen anderen Besonderheiten eine weitere Welt in das Marvel Cinematic Universe (MCU) eingefügt. Das Königreich lebt zwar seine eigene afrikanische Tradition. Es besitzt jedoch so viel des seltenen Metalls Vibranium, dass ganz Wakanda technisch in einem anderen Zeitalter lebt. Vibranium bietet Vorteile bei Transport, Medizin und nicht zuletzt bei militärischer Ausrüstung. Das Labor des wakandanischen Königreichs würde wahrscheinlich selbst Iron Man Tony Stark alt aussehen lassen. T’Challas Anzug ist außerdem um einiges graziler als der des Iron Mans. Eventuell zeichnet sich hier eine Verschiebung der technischen Kompetenz des ganzen MCUs ab.

Es war eine große Herausforderung, diese Welt des Afro-Futurismus so darzustellen, dass sie nicht zu kitschig ist, ins MCU passt und vor allem glaubwürdig genug für den ebenfalls vorhandenen kritischen, düsteren Anteile des Superhelden-Universums ist. Marvel und Regisseur Ryan Coogler haben diese Aufgabe toll gemeistert. Wir haben also einen Helden und seine Welt. Jetzt kommen wir zu einem wichtigen Kriterium eines jeden Superhelden-Blockbusters. Ist der Widersacher unseres Helden die richtige Herausforderung? An dieser Stellen müssen wir loben und mahnen zugleich. Während die Story von Black Panther nämlich schnell fahrt aufnimmt, führt uns eine überflüssige Story-Schleife fast um den Bösewicht herum. Dieser ist jedoch die erhoffte, ultimative Prüfung für unseren Helden und macht seine fehlende Charakterstärke durch pure Physis und Brutalität wett. Wir hätten uns noch eine etwas vielschichtigere Persönlichkeit gewünscht. Black Panthers Gegenspieler ist aber definitiv einer der besseren Bösewichte im Marvel Universum.

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Auch Gollum und Bilbo feiern ein Wiedersehen – ©Marvel Studios 2018

Ein Film mit Gefühlen, Action und den richtigen Schauspielern

Black Panther bietet wirklich vieles, was wir an einem guten Helden-Film schätzen. Der Hauptcharakter ist charismatisch, charakterstark und kann auf die Hilfe seiner Vertrauten setzen. Der Gegenspieler ist skrupellos beim Durchsetzen seiner Bedürfnisse, ist intelligent sowie vorausschauend und steht seinem begabten Feind in nichts nach.

Dass Black Panther dies so gut in euren Heimkino-Raum bringt, hat das Werk seinen Schauspielern zu verdanken. Chadwick Boseman scheint die optimale Wahl für den Panther zu sein, während Angela Bessett eine tolle ehemalige Königin abgibt. Michael B. Jordan hat die nötige Power, die er als Gegenspieler braucht und Forest Whitacker, Daniel Kaluuya, Andy Serkis und Martin Freeman runden den Cast wunderbar ab. Es scheint fast, als gäbe es in diesem Film keine unwichtigen Charaktere. Dies ist eine seiner größten Stärken.

Ein audiovisuelles Meisterwerk

Der Soundtrack ist anders als der, den wir gewöhnlich in Marvel-Filmen wahrnehmen. Dies unterstreicht die Andersartigkeit von Wakanda wunderbar. Schon sehr früh stellt sich bei einzelnen Klängen ein Wiedererkennungswert ein und wir ordnen sie den einzelnen Charakteren zu. Dies macht sich auch im Verlauf der Story bei unterschiedlichen Machtverhältnissen immer wieder bemerkbar. Trotz allem muss man offen für R&B und Hip Hop auf der einen und afrikanische Klänge auf der anderen Seite sein.

Visuell erwarten den Zuschauer bei Black Panther nichts anderes als unglaubliche Landschaftsaufnahmen, die nicht selten von tollen animierten Gebäuden oder Maschinen ergänzt werden. Diese Form des Afro-Future-Looks ist so unverbraucht und neu, dass wir uns nicht daran satt sehen konnten. Dies war selbst dann der Fall, als Nashörner in Rüstungen ein Schlachtfeld stürmten. Der Grat zwischen Wakanda und zu abgehoben ist sehr schmal und selbst unserer Meinung nach wurde er ab und zu sogar überschritten. Dennoch nehmen wir es dem Film nicht übel. Unser Erlebnis ist dadurch nicht schlechter geworden.

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T’Challas Schwester und Chef-Technikerin Shuri – ©Marvel Studios 2018

Fazit zu Black Panther

Black Panther hat uns ziemlich genau das gegeben, was wir uns gewünscht haben. Einen Film, der auch ohne das große Marvel Cinematic Universe funktionieren würde. Als Action-Blockbuster, dessen Story durchdacht, mitreißend und fesselnd ist, wirkt Black Panther trotz seiner Laufzeit von über zwei Stunden kurzweilig und unterhaltend. Wakanda ist wundervoll einzigartig in Szene gesetzt und produziert ebenso einzigartige Ausrüstung für den grazilen Superheld. Gleichzeitig trumpft der Marvel-Streifen mit tollen Schauspielern und einem passenden Soundtrack auf. Nicht zuletzt der wichtige Part des Gegenspielers wird toll ausgefüllt. So ist der Film für uns einer der besten, die uns das MCU bislang beschert und ein Must-see für jeden Marvel-Fan. Ab dem 19. Juli dürft ihr euch selbst davon überzeugen. Dann nämlich steht die Blu-ray in den Regalen.


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Für einen tollen Familienabend ist übrigens auch I Kill Giants bestens geeignet. Die weiteren Heimkino-Erscheinungen des Julis findet ihr hier.

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