Genau wie Zombies selbst, stirbt auch das Thema der Zombie-Apokalypse nie. Dies liegt wahrscheinlich daran, dass es unglaublich viele Umsetzungs-Möglichkeiten bietet und damit beinahe unverschämt viel Potenzial birgt. Das zeigt allein die Tatsache, dass nicht nur das Xbox One beziehungsweise PC exklusive State of Decay 2 die blutrünstigen Untoten ins Zentrum rückt. Auch für Sonys PlayStation sind mit The Last of Us Part II und Days Gone gleich zwei Exklusiv-Zombie-Titel in Arbeit.

Unter dem Strich werden die genannten Titel nicht allzu viel gemeinsam haben. Jeder muss sich darauf konzentrieren, genau das zu bieten, was sich die eigene Community wünscht. Gerade an dieser Stelle verspricht State of Decay 2 einen großen Schritt im Vergleich zum Vorgänger. Schließlich werdet ihr erstmals mit echten Mitstreitern an eurer Seite kämpfen können. Was sich der Entwickler Undead Labs noch für euch überlegt hat und was wir vom Titel halten, lest ihr hier in unserer Review.

Erlebt eure eigene Geschichte in einer untoten Welt

Wenn ihr ab dem 22. Mai beziehungsweise dank der Ultimate Edition ab dem morgigen 18. Mai loslegt, erwartet euch eure ganz eigene Welt voller Gefahren. Glücklicherweise bemüht sich das Spiel bereits während des Installationsprozesses, euch in die karge Welt einzuführen. Ihr erhaltet allerhand Informationen darüber, was euch erwartet und was ihr vom Spiel erwarten dürft. Glücklicherweise soll dies kein Low-Budget-Ersatz für eine vernünftige Story sein. Diese beginnt nämlich erst, wenn ihr aus verschiedenen Paarungen euer Lieblings-Duo gewählt habt.

Zunächst bewegt ihr euch in einem schlauchigen Bereich und macht euch in aller Ruhe mit der Steuerung vertraut. Gleichzeitig erfahrt ihr noch mehr über eure Charaktere, die einen Haufen neuer Charaktereigenschaften und Fähigkeiten spendiert bekommen haben. Der Start ist fesselnd und gelungen. Ein richtiges The Walking Dead Gefühl überkommt euch, sofern ihr der Serie eine Chance gegeben habt. Erst danach werdet ihr in die offene Spielwelt von State of Decay 2 entlassen. An diesem Punkt beginnt auch schon euer Überlebenskampf.

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In State of Decay 2 steht die Gemeinschaft im Mittelpunkt

The Walking Dead trifft auf Sims

Seid ihr mit eurer Startgemeinschaft in einer Basis heimisch geworden, beginnt auch schon der zentrale Teil von State of Decay 2. Ihr beginnt Ressourcen zu suchen. Diese können in verschiedene Rubriken aufgeteilt werden. Es gibt zum Beispiel Nahrungsmittel, die für einen gesunden Start in den Tag sorgen. Gleichzeitig findet ihr aber auch Materialien zum Ausbau eurer Basis. So installiert ihr eine eigene Farm, die euch vor externer Nahrungssuche bewahrt. Alternativ investiert ihr wahlweise in eine Krankenstation, ein Trainingslager, die Fahrzeug-Aufrüstung oder auch in Schlafplätze. Die Möglichkeiten sind groß und jede Entscheidung wirkt sich auf die Welt innerhalb und außerhalb der Basis aus. Je großzügiger eure Basis nämlich ausgebaut ist, desto lauter ist sie auch. So provoziert sie schneller als erwünscht den einen oder anderen Zombie-Angriff.

Vernachlässigt ihr sie, seid ihr auf Hilfe von anderen Gruppen oder die harte Suche nach Ressourcen angewiesen. Die Welt erkundet ihr dabei indem ihr auf Werbetafeln klettert. Das ist nicht besonders raffiniert, aber es funktioniert. Nahezu jedes Gebäude auf der Karte hat euch etwas zu bieten. Auch wenn es manchmal nur Tod und Leid ist.

Der permanente Tod als wahrer Gegner in State of Decay 2

Verschiedene Arten von Untoten machen euch in State of Decay 2 das Leben schwer. Während es die Standard-Gegner mit gelb leuchtenden Augen meist nicht leicht gegen euch haben, kann euch vor allem eine Horde von Seuchenzombies das Leben deutlich erschweren. Die Augen dieser Gegner leuchten rot und sie sind in der Lage euch zu vergiften. Im Kampf baut sich so eine Seuchen-Leiste auf. Ist sie gefüllt benötigt ihr ein Heilmittel oder verabschiedet euch von der Welt. Neben ihnen gibt es zudem extrem schnelle, tobsüchtige Zombies, Gegner, die explodieren und dabei Gift freisetzen sowie Kolosse, wie ihr sie im ersten Gameplay-Material gesehen habt. Die Vernichtung von Gegnern bringt euch Einfluss in eurer Gemeinschaft ein. Segnet ihr jedoch einmal das Zeitliche, ist es aus. Der Tod eines Charakters ist unwiderruflich.

Wie schön wäre es, wenn ihr euch nur mit mehr oder weniger hirnlosen Walkern herumschlagen müsstet. Viel härter als die meisten Zombies sind jedoch feindliche Enklaven. KI-Menschengruppen, die auf der Karte verteilt sind, sind euch nämlich nicht immer wohlgesonnen. Gleichzeitig stecken sie aberwitzig viele Kugeln ein. Selbst mit dem Auto müsst ihr sie oft mehrfach erfassen, damit ihr sie vom Hals habt. Hier hätten wir uns ein etwas faireres und ausgeglicheneres Verhalten gewünscht.

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Mit dem Großen ist nicht zu spaßen

Waffen und Charakterentwicklung für den gelungenen Widerstand

Ressourcen wie Medizin und Nahrung bewahren eure Leben unmittelbar. Es gibt jedoch auch Gegenstände, die euer Weiterbestehen indirekt sichern. Um noch genauer zu werden, ihr benötigt Waffen. Diese nutzen sich in State of Decay 2 je nach Typ mehr oder weniger schnell ab. Gleichzeitig sind sie lauter oder leiser. Während Schießeisen zwar effektiv sind, rufen sie umstehende Zombies auf den Plan. Gerade Schwerter, Äxte, Macheten und auch die beliebte Brechstange helfen euch im Nahkampf. Fähigkeiten trainiert ihr direkt durch die häufige Nutzung. Viele Kenntnisse und Charaktereigenschaften sind jedoch auch in den einzelnen Figuren verankert. Es gibt Techniker, Ärzte, Kämpfer und auch IT-Kenner. Jeder hat seine Vorzüge und Nachteile. Das bedeutet jedoch nicht, dass ein IT-Kenner nicht ordentlich zuschlagen könnte.

Euer Ziel in State of Decay 2 ist es, mindestens ein Mitglied vom Rekruten zum Bürger und dann zum Helden eurer Gemeinschaft werden zu lassen, was mehr oder weniger nebenbei passiert. Jeder Held kann die Führerschaft verliehen bekommen. Als Anführer gilt es wiederum neue Ziele zu erfüllen. So erzählt ihr nach und nach eure eigene Geschichte. Rechnet jedoch damit, dass auch Helden das Zeitliche segnen werden und auch Anführer die Radieschen mal von unten betrachten. So ist das Leben in State of Decay 2.

Ein Spiel sie zu finden und ewig zu binden

State of Decay 2 ist ein Spiel, das ihr ohne Frage ewig spielen könnt. Ihr bekommt immer wieder Charakter-Nachschub, den ihr in der Welt findet und nach meist leicht gestrickten Missionen anwerben könnt. Außerdem ist es euch möglich, nach einer Zeit eure Heimat-Map zu verlassen und weiterzuziehen. Ein weiteres Argument hat das Entwicklerteam ganz neu geschaffen. Ihr könnt bis zu drei Freunde in euer Spiel einladen und mit ihnen gemeinsam die Welt unsicher beziehungsweise in diesem Fall eher sicher machen.

Bei diesem Koop-Modus handelt es sich jedoch wie bei Far Cry 5 nicht um eine komplett zufriedenstellende Lösung. Ihr ladet Spieler, wie bereits erwähnt, nämlich nur in euer Spiel ein. Dort zählt eure Basis und die Partner helfen euch bei euren Missionen. Sie selbst riskieren dabei jedoch, wie in State of Decay 2 üblich, einen permanenten Bildschirm-Tod. Wenn ihr also um Hilfe ruft oder selbst auf einen Hilferuf im Spiel reagiert, der schließlich auch von anderen Spielern als euren engsten Freunden kommen kann, ist schon ein Stück Selbstlosigkeit gefragt. Eventuell untereinander aufgeteilte Fundsachen kann allerdings jeder mit in sein eigenes Spiel nehmen. Es wird interessant sein zu sehen, wie hilfsbereit die Spieler sind, wenn State of Decay 2 richtig gestartet ist.

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Gerade gegen mehrere Gegner kann es brenzlig werden

Die Zombie-Apokalypse wird trist

Technisch gesehen macht State of Decay 2 wenig falsch. Allerdings wirkt die optische Präsentation regelrecht altbacken. Die Umgebungen sind genau wie die Zombies eher tot als lebendig und die Animationen sind ebenfalls nicht die hübschesten. Auch viele Texturen verdienen die Bezeichnung matschig. Optik-Fetischisten werden hier definitiv nicht auf ihre Kosten kommen. Natürlich muss man das gebotene in Relation zum Preis von 30 Euro setzen. Somit sind die aufgezählten Punkte durchaus zu verschmerzen. Es fühlt sich nämlich noch immer sehr befriedigend an, mit einer Axt mit Schwung auf einen Zombie-Schädel einzuschlagen.

Außerdem finden wir in der Welt von State of Decay 2 immer wieder typische Zombie-Gimmicks wie gepanzerte Wagen, Geländewagen mit Schneeschild und sogar Bajonette als Waffen. Es gibt also schon einiges zu entdecken. An zwei Stellen ist uns leider die deutsche Lokalisierung negativ aufgefallen. Dies lag nicht an unrunden Formulierungen, sondern an Text-Fehlern. Vielleicht wird dies bis zum Release ja noch behoben. Bei der Vertonung haben wir hingegen wenig zu beanstanden. Gerade das Zombie-Röcheln und das Gebrüll der Screamer, die Zombies aus der Umgebung anlocken, machen ordentlich was her. Auf der Xbox One X soll State of Decay 2 übrigens in nativer 4K-Auflösung laufen. Wir haben unseren Test jedoch auf einer Xbox One S abgeschlossen.

State of Decay 2 ist ein guter Zombie-Deal

Das optische Erscheinungsbild von State of Decay 2 ist nicht ganz zeitgemäß und das neue Koop-Feature ist uns nicht umfassend genug. Nichtsdestotrotz bietet die Zombie-Apokalypsen-Simulation ein vernünftiges Gameplay, viele Möglichkeiten und tolle Ideen, die gut umgesetzt wurden. Die anfängliche Story ist packend und das folgende Open-World-Spiel wirkt auf seine eigene Art und Weise authentisch. Das Game, das exklusiv für Xbox One und den PC erscheint, hat mehrere Stunden wie im Flug vergehen lassen und uns prächtig unterhalten. Das Ausbauen der eigenen Basis ist komplex und geht gleichzeitig gut von der Hand. Auch die Charakter-Entwicklung ist ein gelungener Aspekt. Unter dem Strich müssen wir daher gestehen: Mehr Zombie-Apokalypse geht kaum.


Falls Zombies genau euer Thema sind, solltet ihr einen Blick auf unsere Berichterstattung zu Days Gone werfen. Auch der Film Halley – Das Leben eines Zombies ist einen Besuch der Review wert.

State of Decay 2 könnt ihr über den unten eingebundenen Link ohne eigene Nachteile erwerben. Uns unterstützt ihr bei einem Kauf jedoch ungemein.

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