Horrorfilme stürzen sich seit jeher auf eure Ängste. Ihr habt Angst vor Geistern, Clowns, Zombies, Vogelscheuchen oder wilden Tomaten? Zu allen Ängsten findet ihr den passenden Streifen. Dass sich die Ängste der Menschen weiter entwickeln, ist klar. Gleichzeitig ist auch die Kreativität der Horror-Regisseure gefragt. Da kommt ein neumodisches Erlebnis gerade recht – Der Escape Room.

Natürlich ist die Angst in einem Raum eingesperrt zu werden nichts Neues. Exit the Room-Spiele haben schließlich nicht umsonst ihren Reiz und sind nicht selten auch teuer. Besondere Themen wie zum Beispiel die Welt von Harry Potter bringen zusätzliche Aspekte mit. Alle haben jedoch gemeinsam, dass es sich um ein Spiel handelt. Die Herausforderung liegt im rechtzeitigen Entkommen und nicht im Überleben. In Exit Room von Universum Film ist das anders. Hier wird aus dem Spiel ein tödliches Unterfangen. Dabei beginnt alles mit einem einfachen Geburtstagsgeschenk.

Escape Room – Ein Erlebnis unter dem Christbaum

Obwohl sich das Thema Weihnachten zum momentanen Zeitpunkt anbietet, ist in Escape Room ein einfacher Geburtstag der Stein des Anstoßes. Geburtstagskind ist der dreißig-jährige Tyler. Mit seinen Freunden feiert der ebenso intelligente wie charismatische junge Mann in einem Edel-Restaurant. Das größte Geschenk erhält er von seiner Lebensgefährtin Christen. Wie ihr euch sicher denken könnt, geht es gemeinsam in den exklusivsten Escape Room der Stadt. Ein großzügiger Wagen holt die Gruppe ab.

Zunächst deutet alles auf ein durchdachtes aber dennoch gewöhnliches Exit the Room-Erlebnis hin. Erst mit dem ersten Tod beginnt sich das Blatt zu drehen. Von diesem Zeitpunkt an schwebt ein Damokles-Schwert über allen Protagonisten. Es bleibt zunächst unklar, wer hinter den tödlichen Machenschaften steckt. Auch ein schneller Ausweg bleibt ausgeschlossen. So läuft alles auf einen Showdown hinaus, der sich bereits vorab abzeichnet. Zum Ende hin wird einiges klar und vieles bleibt ungewiss.

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Welcher Schlüssel lässt den Protagonisten leben?

Gute Ansätze, die nicht ganz genutzt werden

Allein der spielerische Aufbau des Escape Rooms und die Hoffnung, durch richtige Lösungen das eigene Leben zu retten, erinnert nicht zuletzt an die Spielereien von Saw und weiteren Genre-Vertretern. Saw hat mit dem ersten Film etwas Besonderes geschafft. Es gibt einen Twist und einen Grund für die Folter. Beides haben wir uns auch von Escape Room erhofft. Während sich viele zwischenmenschliche Verbindungen gewollt oder ungewollt allzu schnell abzeichnen, bleibt der Drahtzieher hinter der Geschichte unbekannt.

Hier liegt ein großes Problem des Horror-Streifens. Bis zum Ende erfahren wir nicht, wer der Schöpfer des Escape Rooms ist. Wir wissen nicht wie dieser vorbereitet wurde und aus welchem Grund dies Geschah. Ist es ein irrer Sadist oder gar ein kriminelles Mastermind, das sich seine Gedanken gemacht hat. Diese Lücke lässt uns mit der Sorte eines unangenehmen Gefühls zurück, die wir weder mögen noch schätzen. Das Ende lässt jedoch eine Fortsetzung zu.

Schauspielerisch nicht mehr als solide

Während der Escape Room durchdacht wirkt und interessante Rätsel birgt, wurde an anderen Ecken gespart. Schauen wir uns die Schauspieler und ihre Leistung an, sehen wir uns in schlechtere Zeiten zurück versetzt. Horror-Kreationen waren häufig eine fixe Idee, die mit minder talentierten Schauspielern und niedrigen Budgets umgesetzt wurde. Die Darsteller scheinen genau dieser Zeit zu entstammen. Die Charaktere sind unsympathisch und oberflächlich. Wir hätten uns das Gegenteil gewünscht.

Wir wissen von ihnen, dass sie dank ihrer gut gefüllten Bankkonten zur gesellschaftliche Elite gehören. Gleichzeitig wirken sie intelligent genug, um die ihnen gestellten Aufgaben zu lösen. Auch ihre Beziehung zueinander erweist sich als wichtig. Aufgrund der spärlichen Informationen ist dies jedoch allzu deutlich. Bei der Informationslage muss jede erhaltene Information einen Wert haben. In unwichtigeren Momenten wird demnach nicht geredet. Es wird geflirtet, gestritten und geknobelt. Wir gerne mit geraten und nicht alles auf dem Silbertablett serviert bekommen.

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Was wird hier gespielt?

Auch für die sanfteren Gemüter

Die oberflächliche Story lässt vermuten, dass viel Konzentration in blutrünstige Folter und passende Effekte geflossen ist. Doch gerade zart besaitete Horror-Fans können wir an dieser Stelle beruhigen. Escape Room ist, wie sein FSK 16-Label vermuten lässt, nicht so brutal wie Hostel oder andere Vertreter des Horror-Genres. Es gibt nur eine Szene, die wirklich brutal ist und mit Splatter-Effekten nicht geizt. Ansonsten konzentriert sich der Film auf die Rätsel.

Die Effekte sind dank des guten alten Handwerks und dem Verzicht von CGI-Effekten glaubwürdig und gut gelungen. Weniger gut gelungen ist die akustische Untermalung von Escape Room. Sie wirkt viel zu häufig eher nervig als unterstreichend.

Unser Fazit zu Escape Room – Das Spiel geht weiter

Mit Escape Room erwartet euch ein Film mit einem guten Ansatz. Es macht Spaß den Protagonisten beim Lösen der Rätsel zuzuschauen. Gleichzeitig wollen wir wissen, wer hinter der mysteriösen Geburtstags-Überraschung steckt. Leider erfahren wir dies nicht. Nach dem Film sind wir nicht viel schlauer als zuvor. Wir bekommen weder etwas zum Mitdenken noch eine Botschaft vermittelt. Uns wird zu wenig geboten, um in Escape Room mehr zu sehen, als einen von vielen durchschnittlichen Horror-Filmen. Der Eindruck wird durch blasse Charaktere mit überschaubaren schauspielerischen Leistungen unterstützt. Da hilft es auch nicht, dass eine der Schauspielerinnen nackt eingesperrt ist, um voyeuristische Gelüste zu befriedigen.


Sehnt ihr euch nach einem guten Horror-Film, solltet ihr einen Blick auf Haus des Zorns werfen. Auch Peelers und der zur Jahreszeit passende Titel Red Christmas sind eine gute Wahl.

Escape Room ist seit dem 15. Dezember auf Blu-ray und DVD erhältlich. Wenn ihr dem Titel eine Chance geben wollt, werft gerne einen Blick auf den eingebundenen Amazon-Link. Bestellt ihr dort, unterstützt ihr uns direkt. Nachteile entstehen euch nicht.

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